Das Cholesterin in Ihrer Ernährung spielt vielleicht gar keine Rolle!
Es scheint, dass ein unverhältnismäßig großer Teil der etwa 5 Millionen Terabyte an Informationen im Internet Ratschlägen zur Senkung des Cholesterinspiegels gewidmet ist. Die meisten dieser Ratschläge scheinen auch aus einer Debatte darüber zu bestehen, ob es in Ordnung ist, Eier, Garnelen oder andere cholesterinreiche Lebensmittel zu essen; ob sie "sicher" sind; oder ob sie dazu führen, dass Ihre Arterien so fest verstopfen wie die Toilette, wenn Ihr vierjähriger Neffe versucht hat, eine große Kartoffel zu spülen.
Ich werde versuchen, etwas Licht in das trübe Meer der Terabytes zu bringen und sagen, dass die Menge an Cholesterin in den Lebensmitteln, die Sie essen, wahrscheinlich überhaupt keine Rolle spielt.
Besuchen Sie regelmäßig die "Shrimp-Party" am Dienstagabend in Ihrem örtlichen Fischrestaurant. Es wird wahrscheinlich keinen Unterschied machen. Knacken Sie Eier, als wären Sie im Gefängnis, und Ihre Zellengenossen wetten mit Ihnen um eine Stange Zigaretten, dass Sie keine fünfzig Eier am Stück essen können, um die Langeweile zu vertreiben. Es ist wahrscheinlich sowieso egal.
Keine der beiden Situationen würde wahrscheinlich viel ausmachen, weil Ihr Körper sein eigenes Cholesterin herstellt, im Grunde egal, was passiert. Das ist eine grobe Vereinfachung, aber wenn Sie viel Cholesterin essen, wird er weniger produzieren. Wenn Sie weniger Cholesterin essen, bildet er mehr. Sicherlich spielt die Ernährung eine Rolle bei der Bestimmung des Cholesterinspiegels, aber sie hat wenig mit der tatsächlichen Cholesterinmenge in der Nahrung zu tun.
Der Cholesterinspiegel hängt von mehreren anderen Faktoren ab:
- Die Menge und Art der Kohlenhydrate in einer bestimmten Mahlzeit.
- Die Menge an gesättigten Fetten in Verbindung mit der Cholesterinaufnahme.
Kohlenhydrate und Cholesterin
Wer regelmäßig viele einfache Kohlenhydrate isst, entwickelt oft eine Insulinresistenz, die zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führt. Gleichzeitig steigt auch die Rate des Fettabbaus. Dies führt zu erhöhten Blutfettwerten oder Triglyceriden. Außerdem sinkt das gute Cholesterin (HDL) und steigt das schlechte Cholesterin (LDL).
Es wird angenommen, dass dieses Dreigestirn - hohe Triglyceride, niedriges HDL und hohes LDL - eine große Rolle bei der Bildung von Plaque in den Arterien spielt. Bei zu viel Plaque tritt der bereits erwähnte Idaho-Toilettenkartoffel-Effekt auf, die Brust spannt sich an und man hört seine Großmutter aus dem Jenseits rufen, dass sie nach Hause kommen soll.
Aber man muss nicht unbedingt insulinresistent sein, damit Kohlenhydrate den Cholesterinspiegel negativ beeinflussen. Man muss nur süchtig nach Kohlenhydraten sein und mehr als 60 % seiner täglichen Kalorien aus Kohlenhydraten (insbesondere aus stark verarbeiteten Kohlenhydraten) zu sich nehmen, und schon erhält die Leber die nach Parfüm duftende Botschaft, mehr Cholesterin zu produzieren.
Gesättigte Fette und Cholesterin
An dieser Stelle scheine ich mir selbst ein wenig zu widersprechen. Ich habe doch gesagt, dass Cholesterin in der Nahrung keine Rolle spielt. Nun, es ist wichtig, wenn Sie viel Cholesterin in Kombination mit viel gesättigtem Fett essen.
Nehmen wir an, Sie essen gerne Steak. Das meiste rote Fleisch enthält in der Regel viel gesättigtes Fett und eine beträchtliche Menge Cholesterin, so dass bei regelmäßigem Verzehr ein Anstieg des LDL-Cholesterins zu verzeichnen ist.
Die gute Nachricht ist, dass Steak mit gesättigten Fetten auch das HDL-Cholesterin erhöht, so dass sich das Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL (ein angeblicher Indikator für Herz-Kreislauf-Erkrankungen) nicht verändert.
Im Allgemeinen haben Lebensmittel mit hohem Cholesteringehalt, die wenig gesättigte Fettsäuren enthalten, wie Eier und Garnelen, keinen Einfluss auf den LDL-Cholesterinspiegel, aber Lebensmittel mit hohem Cholesteringehalt und gesättigten Fettsäuren, wie Steak und andere rote Fleischsorten, schon.
Wie bereits erwähnt, dürfte rotes Fleisch jedoch langfristig keinen Einfluss auf Ihre kardiovaskuläre Gesundheit haben, da es das LDL/HDL-Verhältnis nicht zu beeinflussen scheint. Die Frage ist also, ob Sie ungestraft Steaks, Hamburger und dergleichen essen sollten.
Die Forschung ist manchmal verwirrend. Eine vom U.S. Surgeon General finanzierte Studie aus dem Jahr 1991 ergab, dass die Amerikaner 42.000 Todesfälle pro Jahr um durchschnittlich zwei Wochen hinauszögern könnten, wenn sie ihre Aufnahme von gesättigten Fetten reduzieren würden.
Das ist nicht so schlimm, wie es klingt, denn "durchschnittlich" bedeutet, dass einige Menschen ihr Leben um mehrere Jahre verlängern könnten, während andere ihr Leben gerade so weit verlängern könnten, dass sie ihre Hot Pockets in der Mikrowelle essen können.
Aber auch so hat die Lebensverlängerung wahrscheinlich wenig mit dem Cholesterin selbst zu tun.
Was also ist die Ursache für die Herzinfarkte?
Über die Ursachen von Herzkrankheiten sind sich die Ärzte meist uneinig. Sicherlich gibt es einige statistische Wahrscheinlichkeiten, die darauf hindeuten, dass es sinnvoll ist, den Blutdruck und den Cholesterinspiegel zu senken, aber sie bedeuten nichts, wenn man zu den rund 50 % der Männer bzw. 63 % der Frauen gehört, die an einem Herzinfarkt sterben, ohne irgendwelche Symptome oder starke Risikofaktoren aufzuweisen.
Das Einzige, worüber sich Ärzte und Wissenschaftler bei Herzkrankheiten einig zu sein scheinen, ist, dass es sich um eine Entzündungskrankheit handelt.
Was fast alle, die an einem Herzinfarkt sterben, gemeinsam haben, ist eine große Ansammlung weißer Blutkörperchen, die so genannten Makrophagen. Diese Makrophagen sammeln sich um Fettablagerungen und scheiden Enzyme aus, die Proteine verdauen.
Das Innere der Blutgefäße besteht natürlich auch aus Proteinen, und in dem Bemühen, Fettablagerungen zu entfernen, werden die Blutgefäße zerklüftet, dünn und anfälliger für die Bildung von Plaques oder deren Rissbildung.
Was die Forscher jedoch überraschte, war, dass sie diese Makrophagen sogar in vermeintlich gesunden Arterien fanden. Dies deutet darauf hin, dass die Entzündung systemisch und nicht lokal begrenzt ist.
Was soll ich also tun?
Natürlich entwickelt sich die Wissenschaft über Cholesterin weiter, aber in der Zwischenzeit scheint es solide Beweise für Folgendes zu geben:
- Vermeiden Sie große Mengen an Kohlenhydraten, insbesondere stark verarbeitete Kohlenhydrate. Kohlenhydrate erhöhen den Cholesterin- und Triglyceridspiegel und senken den HDL-Spiegel, aber was vielleicht noch wichtiger ist: Die daraus resultierende Insulinresistenz führt zu Entzündungen, die definitiv schlecht für das Herz sind.
- Verbessern Sie die Insulinempfindlichkeit im Allgemeinen, um die Entzündung niedrig zu halten.
- Der Verzehr von Lebensmitteln mit hohem Cholesteringehalt, aber wenig gesättigten Fettsäuren, wie z. B. Eiern und Garnelen, scheint sich nicht negativ auf Ihre Gesundheit auszuwirken.
- Fleisch mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin ist in Maßen wahrscheinlich in Ordnung, da es sowohl den HDL- als auch den LDL-Spiegel erhöht und somit das Gesamtcholesterinverhältnis nicht beeinflusst - der regelmäßige Verzehr von zu viel gesättigten Fettsäuren führt jedoch zu Entzündungen, die das Herz, wie bereits erwähnt, nicht mag.
- Der Ersatz gesättigter Fette durch mehrfach ungesättigte Fette (z. B. beim Kochen) senkt das LDL-Cholesterin und das Gesamtcholesterin, so dass sich das Cholesterinverhältnis (LDL zu HDL) verbessert.
- Versuchen Sie, Entzündungen im Allgemeinen zu reduzieren. Unterstützen Sie Ihren Körper mit ausreichend entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren. Erwägen Sie die Einnahme von Baby-Aspirin, wenn Ihr Arzt es Ihnen erlaubt. Nehmen Sie mizellares Curcumin in Ihre Liste der Nahrungsergänzungsmittel auf. Bauen Sie Stress ab. Gehen Sie in der Morgendämmerung nackt durch die Weizenfelder. Was auch immer Sie tun müssen.
Wenn ich zufällig...
Okay, jetzt werde ich dich wütend machen. Es ist möglich, dass sich hoher Cholesterinspiegel eines Tages als der Dämon entpuppt, als der er dargestellt wurde. Vielleicht werden Wissenschaftler die scheinbaren Widersprüche in den Daten aufklären.
In Anbetracht dieser Möglichkeit ist es wahrscheinlich klug, in der Cholesterinfrage zumindest ein wenig proaktiv zu sein und mehr zu tun, als nur die Empfehlungen zu befolgen, die ich im letzten Artikel gegeben habe.
Außerdem möchte ich Cholesterinwerte, die so hoch sind wie die Zahl der Spartaner, die in der Schlacht an den Thermopylen einer Million Perser standhielten, nicht einfach abtun.
Obwohl ich alle Beobachtungen/Empfehlungen, die ich in diesem Artikel beschrieben habe, befolge/akzeptiere, zusammen mit Sport und Nahrungsergänzungsmitteln, die ich wie verrückt ausprobiere, liegt mein Gesamtcholesterin im Durchschnitt bei 220 mg/dl ("normal" ist alles unter 200). Das hängt wahrscheinlich mit genetischen Faktoren zusammen, zumal ich Finne bin und die Finnen als Nation einige der höchsten Cholesterinwerte der Welt aufweisen.
Trotz all der widersprüchlichen Erkenntnisse über die Folgen eines "hohen" Cholesterinspiegels nehme ich das Thema immer noch ziemlich ernst. Deshalb nehme ich eine Dosis Psyllium vor dem Frühstück und eine weitere vor dem Abendessen ein.
Psyllium entzieht dem Körper die Galle und veranlasst die Leber, aus dem im Blut vorhandenen Cholesterin mehr Galle zu bilden. Dies wiederum senkt den Cholesterinspiegel (wenn man das Cholesterin nicht physisch entfernt, wird es einfach recycelt). Psyllium wirkt ähnlich wie eine Gruppe von Medikamenten, die als Gallensäure-bindende Harze bekannt sind, wie z. B. Cholestyramin.
Mit dieser Strategie konnte ich meinen erblich bedingten hohen Cholesterinspiegel wieder in den Normalbereich senken. Wie das Sprichwort sagt, ist es besser, auf Nummer sicher zu gehen, oder besser, auf Nummer sicher zu gehen als zu sterben.
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Quelle: www.t-nation-com - The Cholesterol in Your Food Doesn't Matter
Autor: TC Luoma
Übersetzt von Jaromír Uhlíř
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Autor: Šárka Randáčková 

