Kann man auch dann dick sein, wenn man nur ab und zu übermäßig viel isst, selbst wenn es sich um Weihnachtssüßigkeiten handelt?

Wer regelmäßig zu viel isst, legt einen Haufen Fett an. Wenn Sie jedoch einmal zu viel essen, besteht das meiste zugenommene Gewicht aus Wasser. Vor allem, wenn Sie mit einem niedrigen Glykogenspiegel beginnen.

Haben Sie schon einmal versucht, sich nach einem großen Festmahl zu wiegen? Vielleicht nach dem Abendessen an Heiligabend? Wie viele dieser zusätzlichen Pfunde waren Fett? Sehr wenige!

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Ein Gramm Fett hat etwa 9 Kalorien. Für jedes Pfund Fett, das Sie zunehmen, müssten Sie also theoretisch etwa 4000 Kalorien mehr zu sich nehmen als Sie verbrennen.
Wenn Sie also eine Woche lang täglich etwa 500 Kalorien mehr zu sich nehmen, könnten Sie am Ende der Woche ein Pfund mehr auf die Waage bringen.

Es gibt jedoch eine Grenze dafür, wie viel Ihr Körper auf einmal verarbeiten kann. 3500 Kalorien in einer Mahlzeit können einfach nicht verarbeitet werden!
Der Körper wird versuchen, sie anders zu verarbeiten. Er verbrennt sie (indem er die Temperatur leicht erhöht) und scheidet sie aus. Sie werden auf der Toilette ziemlich vollgestopft sein. Und die Verdauung selbst kostet auch Energie.

Thermogenese

Ein Teil der aufgenommenen Kalorien wird vom Stoffwechsel verschluckt, ein anderer Teil wird in Wärme umgewandelt. Dieser Prozess wird als Thermogenese oder thermische Wirkung der Nahrung bezeichnet und kostet etwa 10 % der Kalorienzufuhr eines gesunden Erwachsenen, der sich normal ernährt.

Ihre tatsächliche Zahl setzt sich natürlich aus mehreren Komponenten zusammen, darunter die Nettomasse und die Zusammensetzung der Nahrung. Der thermische Effekt von Nährstoffen kann als die Energiemenge ausgedrückt werden, die sie liefern, im Vergleich zu der Energiemenge, die für ihre Verdauung benötigt wird:

  • Fett liefert uns 9 Kalorien pro Gramm, und sein thermischer Effekt beträgt 0-3 %.
  • Kohlenhydrate liefern uns 4 Kalorien pro Gramm, und ihre Wärmewirkung beträgt 5-10 %.
  • Eiweiß liefert 9 Kalorien pro Gramm, und die Wärmewirkung liegt bei 20-30 %.

Wenn man zu viel isst, kann man sich auch unruhig fühlen. Unruhe ist eine der inaktiven Formen des Energieverbrauchs. Tatsächlich zählen alle Aktivitäten außer Schlaf, Essen und Sport zu diesem Wert.
Der Wert des inaktiven Energieverbrauchs ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Das ist unter anderem der Grund, warum manche Menschen dicker sind als andere.

Glykogen

Unser Körper speichert Kohlenhydrate auf zwei Arten. Entweder wandelt er sie in Fett um, oder er füllt die Glykogenspeicher in Leber und Muskeln auf.

Glykogen in der Leber

Die Leber wird für die kurzfristige Speicherung von Glykogen verwendet. Wenn man fastet (die meisten von uns tun dies über Nacht), sucht das Gehirn zuerst in der Leber nach Glykogen. Nach 12-16 Stunden Fasten enthält eine noch normale Leber etwa 44 Gramm Glykogen pro Kilogramm, d. h. 25-50 % davon sind aufgebraucht.

Die maximale Kapazität einer durchschnittlichen Leber liegt daher bei etwa 60-90 g/kg.

Glykogen kann nicht allein gespeichert werden. Es muss an Wasser gebunden sein. In der Leber befinden sich etwa 2,4 g Wasser pro Gramm Glykogen.

Gewicht und Glykogenkapazität einer gesunden Leber (g)

Leber

Männer

Frauen

Gewicht

Normaler Bereich

968-1860

603-1767

Durchschnitt

1414

1185

Glykogen in einer durchschnittlichen Leber (voll)

Ohne Wasser

85-127

71-107

Mit Wasser

289-432

241-364

Glykogen im Muskel

Menge an Glykogen pro Kilogramm gesunder Muskeln (g/kg)

Muskeln

Durchschnitt

Bereich

Delta

9,8

5,3-4,0

Quadrizeps

13,5

9,5-20,0

Beide Muskeln

11,7

5,3-20,0

Der Umfang der Muskelmasse ist natürlich sehr unterschiedlich. Bei Männern (normalerweise 22-40 kg) und Frauen (normalerweise 15-30 kg). So hat der durchschnittliche Mann 256-466 g Glykogen in seinen Muskeln, die durchschnittliche Frau 175-350 g.

In den Muskeln bindet das Glykogen natürlich auch Wasser, und zwar bis zu 3 g Wasser pro 1 g Glykogen. Es können aber auch bis zu 17 g sein, wenn man nach dem Training in einer trockenen Umgebung viele Kohlenhydrate und Wasser zu sich nimmt.

Ein Mann mit 31 kg Muskeln speichert also normalerweise 361 g Glykogen und 1083 g Wasser. Und wenn er sich mit vielen Kohlenhydraten und viel Wasser vollstopft (was beim Schlemmen normal ist), kann es noch viel mehr sein.

Glykogenabbau

Muskulöse Menschen haben mehr Muskeln, und sie können Glykogen besser speichern. In einer kleinen Studie wurde festgestellt, dass die Kapazität von drei College-Sportlern zwischen 629 und 1.146 g lag, was einem Durchschnitt von 810 g entspricht. Das ist viel mehr als der Durchschnitt, den wir für den Durchschnittsmann ermittelt haben (341-593 g).

Diese Athleten haben jedoch drei Tage lang mit einer kohlenhydratarmen Diät Glykogen abgebaut und dann sieben Tage lang 3 500 bis 5 000 Kalorien pro Tag zu sich genommen, die zu 80 bis 90 % aus Kohlenhydraten (760 bis 990 g) bestanden. Am ersten Tag wurde die gesamte Energie zum Wiederaufbau der Glykogenspeicher verwendet. Sie nahmen kein Fett zu. Am zweiten Tag nahmen sie nur 30 g Fett zu und am dritten Tag 45 g.

Nach einer Woche übermäßiger Nahrungsaufnahme nahmen diese Sportler im Durchschnitt 4,6 kg zu, davon 1,1 kg Fett. Nur die Hälfte davon wurde durch die große Menge an aufgenommenen Kohlenhydraten wieder aufgefüllt, die andere Hälfte war auf die geringe Menge an verzehrtem Fett zurückzuführen.

Fettbildung aus Kohlenhydraten

Wie die obige Studie gezeigt hat, werden die verzehrten Kohlenhydrate, sobald die Glykogenspeicher voll sind, als Fett gespeichert. Dieser Vorgang wird als Lipogenese bezeichnet.
Er findet statt, wenn man regelmäßig mehr Kalorien zu sich nimmt, als man verbrennt.

Die Lipogenese ist die bevorzugte Methode unseres Körpers, Kohlenhydrate zu entsorgen. Der Körper geht dabei folgendermaßen vor. Er zieht es vor, Kohlenhydrate als Energie zu verbrennen, sie als Glykogen zu speichern oder sie sogar als Wärme zu verbrennen.

In einer Studie bekamen gesunde Männer nur eine Mahlzeit bestehend aus Brot, Marmelade und Saft. Sie enthielt 480 Gramm Kohlenhydrate (93 % der Kalorien in dieser Mahlzeit). Die Männer produzierten in den folgenden 10 Stunden lipogenetisch nur 2 g Fett. Der größte Teil der Kohlenhydrate wurde in Glykogen umgewandelt (346 g), der Rest wurde direkt verbrannt (133 g). In denselben 10 Stunden wurden 17 g Fett als Energie verbrannt. In der Mahlzeit waren 8 g Fett enthalten, und 2 g wurden aus Kohlenhydraten gebildet. Die Männer verbrannten also tatsächlich 7 g Fett.

In einer anderen Studie aßen gesunde Erwachsene fünf Tage lang 150 % ihrer erforderlichen täglichen Kalorienzufuhr. Die zusätzlichen Kalorien stammten ausschließlich aus Kohlenhydraten (sie aßen 684 Gramm Kohlenhydrate bzw. 2736 Kalorien aus Kohlenhydraten pro Tag). Die daraus resultierende Lipogenese war zehnmal höher als bei der Erhaltungsdiät. Es wurden jedoch nur 5 g Fett pro Tag produziert. 5 g Fett pro Tag ergeben 1825 g pro Jahr, was relativ viel ist. Allerdings aßen die Probanden 50 % mehr als die Erhaltungsmenge an Kalorien. Sie haben jeden Tag geschlemmt.

Wasserausscheidung und -speicherung

Glykogen bindet Wasser, was bedeutet, dass man eine Menge Wassergewicht mit sich herumträgt. Das Blutvolumen und das Gesamtwasservolumen des Körpers können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Es hängt von Training, Medikamenten und Ernährung ab. Neben den Kohlenhydraten hat auch Natrium einen großen Einfluss darauf, was zu Wassereinlagerungen führt.

Hinzu kommt natürlich der Inhalt der Blase (durchschnittlich ein Viertel Kilo am Morgen) und des Darms (durchschnittlich 150 g). Und nach dem Festessen ist es natürlich noch mehr.

Fazit

Wenn Sie sich richtig überfressen, besteht ein Großteil des zugenommenen Gewichts nicht aus Fett, sondern aus Wasser. Vor allem, wenn Sie zu viele Kohlenhydrate und Salz zu sich nehmen.

Wenn Ihr Glykogenspiegel niedrig ist, sind die Folgen für das Gewicht größer. Andererseits wird ein solcher Zustand dafür sorgen, dass Sie nicht dramatisch viel Fett zunehmen.

Wie viel Sie mit einer einzigen Mahlzeit zunehmen können, hängt von vielen Faktoren ab.
Ein Großteil der Kalorien einer bestimmten Mahlzeit entfällt allein auf die Verdauung. Vor allem die Verdauung von Eiweiß erfordert viel Energie. Wenn Sie regelmäßig Sport treiben, wird vielleicht genug von dieser Energie für den Muskelaufbau verwendet.

Ein gelegentliches Festmahl macht nicht dick!
Das ist eine Frage von langfristiger Überernährung und einer Kombination von Faktoren, die oft genetisch bedingt sind.

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Von Alex Leaf
Übersetzt von Jaromir Uhlir
Quelle: www.examine.com - Kann ein Saufgelage dick machen?

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