Die Wahrheit über die Kraft des Zusammenhalts – warum schaffen es selbst die erfolgreichsten Sportler nicht, alles alleine zu bewältigen?
Es ist sieben Uhr morgens. Im Fitnessstudio hört man das Klirren der Hantelscheiben, an der Kniebeugemaschine warten zwei Freunde, und jemand beendet gerade seine letzte Serie beim Bankdrücken. Zwischen den Übungen werden die Ergebnisse der Wettkämpfe vom Wochenende, die Arbeit oder ganz alltägliche Sorgen besprochen.
Der eine ist gekommen, um seinen persönlichen Rekord zu brechen. Ein anderer möchte nach einer anstrengenden Woche den Kopf frei bekommen. Und wieder andere sind vor allem deshalb gekommen, weil sie wissen, dass jemand auf sie wartet. Auf den ersten Blick eine ganz normale Situation. Doch gerade in diesen unscheinbaren Momenten kann sich etwas verbergen, das wir in Debatten über sportliche Leistung oft übersehen.
Das Gefühl, irgendwo dazuzugehören.
Arnold Schwarzenegger widmete sich diesem Thema in seinem Newsletter „Arnold’s Pump Club“ vom 5. Oktober 2026. Darin beschrieb er eine überraschende Tatsache: Obwohl er zu Hause über ein komplett ausgestattetes Fitnessstudio verfügt, absolviert er den Großteil seiner morgendlichen Trainingseinheiten unter anderen Menschen.
Das liegt nicht daran, dass er zu Hause nicht über genügend Ausrüstung verfügt. Der Grund ist viel persönlicher.
Inhalt des Artikels:
- Arnolds Paradoxon: Er hat ein eigenes Fitnessstudio, trainiert aber lieber unter Menschen
- Warum brauchen wir das Gefühl, irgendwo dazuzugehören?
- Studie mit 506 Teilnehmern: Gruppentraining steht im Zusammenhang mit Unterstützung und sportlicher Identität
- Wissenschaftler haben 71 Studien verglichen. Ist Gruppentraining wirklich besser?
- Warum halten wir manchmal gerade dank anderer durch?
Arnolds Paradoxon: Er hat sein eigenes Fitnessstudio, trainiert aber lieber unter Menschen
Schwarzenegger gehört zu den berühmtesten Bodybuildern der Geschichte. Sieben „Mr. Olympia“-Titel, ein Jahrzehnt intensiven Trainings und eine Karriere, die mehrere Generationen von Sportlern geprägt hat. Man würde erwarten, dass jemand mit solchen Erfahrungen beim Training vor allem Ruhe und maximale Konzentration sucht.
Doch Arnolds Herangehensweise ist eine andere.
In seinem Newsletter beschreibt er, wie er jeden Morgen mit dem Fahrrad ins Fitnessstudio fährt. Er grüßt Bekannte, unterhält sich mit anderen Besuchern und hört sich deren Geschichten an. Er erwähnt sogar, dass er beim Training nie besonders gerne Kopfhörer getragen hat. Er möchte sich nämlich nicht von den Menschen abschotten, die um ihn herum sind. Gleichzeitig lehnt er die Vorstellung ab, dass er seinen Erfolg ganz allein erreicht hätte.
Er erinnert sich an Freunde, Trainer und Bodybuilder, die ihm in seinen Anfängen in Österreich und später in den Vereinigten Staaten geholfen haben. Die Hanteln selbst musste er natürlich aus eigener Kraft stemmen. Doch die Motivation, die Unterstützung und das Umfeld, in dem er als Sportler groß geworden ist, waren seiner Meinung nach ein untrennbarer Teil seines Weges.
Denn die Kraft eines Einzelnen muss nicht unbedingt nur aus seinem Inneren kommen. Manchmal tragen auch die Menschen, die ihm zur Seite stehen, dazu bei, sie aufzubauen.

Warum brauchen wir das Gefühl, irgendwo dazuzugehören?
Die Sportpsychologie untersucht seit Langem, warum manche Menschen es schaffen, jahrelang regelmäßig Sport zu treiben, während andere nach und nach die Motivation verlieren. Einer der wichtigen Faktoren ist das soziale Umfeld. Das Gefühl der Zugehörigkeit bedeutet, dass sich ein Mensch als Teil einer bestimmten Gruppe wahrnimmt. Er hat darin seinen Platz, seine Beziehungen und die Erfahrung, dass er von den anderen akzeptiert wird.
Aus Sicht der Motivationspsychologie hängt dieses Gefühl auch mit der Selbstbestimmungstheorie zusammen, nach der Verbundenheit neben Autonomie und Kompetenz zu den grundlegenden psychologischen Bedürfnissen gehört. Im Fitnessstudio kann Zugehörigkeit viele Formen annehmen. Manche haben einen festen Trainingspartner. Andere besuchen Gruppenkurse. Wieder andere treffen sich regelmäßig mit denselben Leuten, obwohl jeder nach seinem eigenen Plan trainiert.
Die Anzahl der Freunde muss dabei nicht entscheidend sein.
Manchmal reicht schon das Bewusstsein, dass jemand Ihre Fortschritte bemerkt, Sie nach einer missglückten Serie aufmuntert oder fragt, warum Sie ein paar Tage nicht gekommen sind. Solche kleinen sozialen Bindungen können die Art und Weise verändern, wie wir über Bewegung denken. Das Training ist dann nämlich nicht mehr nur eine Pflicht, die wir erfüllen müssen. Es wird auch zu einer Aktivität, die uns mit anderen verbindet.
Studie mit 506 Teilnehmern: Gruppentraining steht im Zusammenhang mit Unterstützung und sportlicher Identität
Interessante Ergebnisse lieferte eine im „International Journal of Sport and Exercise Psychology“ veröffentlichte Studie. Die Wissenschaftler arbeiteten mit Daten von 506 erwachsenen Teilnehmern und untersuchten die Zusammenhänge zwischen der Mitgliedschaft in Trainingsgruppen, sozialer Unterstützung, sportlicher Identität und dem Ausmaß körperlicher Aktivität. Sie stellten fest, dass Menschen, die an Gruppentraining teilnahmen, häufiger verschiedene Formen der Unterstützung angaben.
Dabei handelte es sich nicht nur um gewöhnliche Ermutigung.
Die Forscher unterschieden zwischen emotionaler Unterstützung, praktischer Hilfe, der Bereitstellung von Informationen, Anerkennung und der Gesellschaft anderer Menschen. Interessant war auch der Zusammenhang mit der sportlichen Identität, also dem Ausmaß, in dem eine Person körperliche Aktivität als Teil ihrer Identität wahrnimmt. Die Ergebnisse unterschieden sich jedoch zwischen Männern und Frauen. Bei Frauen war die Mitgliedschaft in einer Gruppe direkt mit einem höheren Umfang an körperlicher Aktivität verbunden, während sich dieser direkte Zusammenhang bei Männern statistisch nicht bestätigte.
Daher können wir nicht einfach behaupten, dass gemeinsames Training automatisch die Leistungsfähigkeit oder die Besuchsfrequenz im Fitnessstudio erhöht. Zudem handelte es sich um eine Beobachtungsstudie.
Dennoch stützt sie einen interessanten Gedanken: Das Umfeld, in dem wir trainieren, kann nicht nur damit zusammenhängen, wie viel wir uns bewegen, sondern auch damit, wie wir uns selbst als Sportler wahrnehmen.

Die Wissenschaftler verglichen 71 Studien. Ist Gruppentraining tatsächlich besser?
Im April 2026 erschien in der Fachzeitschrift „Nature Human Behaviour“ eine umfangreiche Metaanalyse, die Gruppen- und Einzelprogramme zur körperlichen Aktivität verglich. Die Forscher analysierten 71 Studien und bewerteten nicht nur das Ausmaß der körperlichen Aktivität, sondern auch funktionelle, psychologische und gesundheitliche Ergebnisse. Dabei kamen sie zu einem Ergebnis, das für manche überraschend sein dürfte. Gruppenprogramme zeigten insgesamt keinen statistisch signifikanten Vorteil gegenüber Einzelprogrammen hinsichtlich des Bewegungsumfangs.
Beide Ansätze können funktionieren.
In Teilanalysen der funktionellen Ergebnisse zeigten sich gewisse Vorteile von Gruppenprogrammen, doch ist bei deren Interpretation Vorsicht geboten. Das bedeutet, dass Arnolds persönlicher Ansatz nicht unbedingt ein Allheilmittel ist. Manchen Menschen gefällt es, mit Freunden zu trainieren. Andere können sich alleine besser konzentrieren, und die Anwesenheit anderer Menschen kann sie sogar ablenken.
Entscheidend ist möglicherweise nicht die bloße Anwesenheit anderer Menschen, sondern die Qualität des Umfelds, in dem man trainiert.
Wenn die Gruppe Zusammenarbeit, gegenseitigen Respekt und realistische Ziele fördert, kann sie zur Motivation beitragen. Wenn sie jedoch übermäßigen Druck, ständige Vergleiche oder Angst vor Bewertungen erzeugt, kann sie den gegenteiligen Effekt haben.
Warum halten wir manchmal gerade dank anderer durch?
Eine systematische Übersicht aus dem Jahr 2025 analysierte 68 qualitative Studien aus 14 Ländern, die sich damit befassten, was Menschen dabei hilft, langfristig körperlich aktiv zu bleiben. Zu den immer wiederkehrenden Themen gehörten die Unterstützung durch andere, die Freude an der Bewegung, die Bildung von Gewohnheiten und die Fähigkeit, das Training an den Alltag anzupassen. Stell dir jemanden vor, der nach einer mehrjährigen Pause wieder mit dem Training beginnt.
Der erste Besuch im Fitnessstudio kann unangenehm sein. Er kennt die Umgebung nicht, weiß nicht genau, wie man die Geräte bedient, und hat das Gefühl, dass ihn die anderen beobachten. Trifft er jemanden, der ihm bereitwillig Ratschläge gibt, kann der nächste Besuch schon etwas einfacher sein. Nicht, weil sich seine körperlichen Fähigkeiten innerhalb weniger Minuten grundlegend verändert hätten.
Sondern seine Beziehung zur Umgebung hat sich verändert. Anstelle von Unsicherheit kann er nun das Gefühl der Akzeptanz verspüren. Ein ähnlicher Mechanismus kann auch bei erfahrenen Sportlern greifen. Ein Trainingspartner kann an den gemeinsamen Plan erinnern, konstruktives Feedback geben oder dabei helfen, in einer anspruchsvolleren Phase die Regelmäßigkeit aufrechtzuerhalten.
Es handelt sich jedoch nicht um eine Pflicht. Unterstützung ist dann sinnvoll, wenn sie den Bedürfnissen einer bestimmten Person entspricht.

Ein Trainingspartner motiviert dich. Die richtige Ernährung unterstützt deinen Fortschritt!
Manchmal reicht schon eine einzige Nachricht von einem Freund, damit du statt auf dem Sofa zu entspannen ins Fitnessstudio gehst. Beim gemeinsamen Training geht es nämlich nicht nur darum, Gewichte zu stemmen. Es geht auch um gegenseitige Motivation, das Überwinden eigener Grenzen und die Freude über jeden kleinen Fortschritt. Doch während ein Trainingspartner dir die nötige Entschlossenheit geben kann, musst du dich um die körperliche Leistung und eine hochwertige Ernährung selbst kümmern.
Vor einem anspruchsvollen Training kannst du GymSupps XPre Workout ausprobieren, das Koffein, Citrullin, Beta-Alanin und weitere Wirkstoffe kombiniert. Wenn du dich auf Kraftleistungen konzentrierst, kann auch GymSupps Creatine Monohydrate eine geeignete Wahl sein. Kreatin steigert bei einer täglichen Einnahme von 3 Gramm nachweislich die körperliche Leistungsfähigkeit bei wiederholten, kurzzeitigen Intensivbelastungen.
Und da die Muskeln auch ausreichend Protein benötigen, können Sie Ihre Ernährung mit GymSupps XWhey Protein ergänzen, das eine Kombination aus Molkenproteinen enthält, die zum Aufbau und Erhalt der Muskelmasse beitragen. Wählen Sie entsprechend Ihren Bedürfnissen aus und vergessen Sie nicht, dass kein Nahrungsergänzungsmittel regelmäßiges Training, eine hochwertige Ernährung oder Regeneration ersetzen kann.
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Wie schafft man ein Umfeld, das einen motiviert?
Arnolds Geschichte ist kein Aufruf, dass jeder sofort seine Kopfhörer wegwerfen und in der Gruppe trainieren soll. Sie ist vielmehr eine Erinnerung daran, dass Beziehungen einer der Gründe sein können, warum Sport zu einem langfristigen Bestandteil des Lebens wird. Versuche daher, über ein paar Fragen nachzudenken.
Hast du im Fitnessstudio jemanden, mit dem du deine Fortschritte teilen kannst? Kannst du um Rat fragen, wenn du dir bei der Technik unsicher bist? Und wenn du einen Anfänger siehst, der sich schwer tut, kannst du ihm Hilfe anbieten, ohne ihn unnötig zu belehren? Eine gut funktionierende Sportgemeinschaft basiert nämlich nicht nur darauf, was andere uns geben.
Sie entsteht auch dadurch, wie wir uns ihnen gegenüber verhalten. Manchmal reicht es schon, eine gut ausgeführte Serie zu loben. Ein anderes Mal hilft man bei der Einstellung eines Geräts oder zeigt jemandem, dass er genauso wie alle anderen ins Fitnessstudio gehört. Solche Momente entscheiden zwar nicht über die Größe unserer Muskeln.
Sie können aber darüber entscheiden, wie wir uns in diesem Umfeld fühlen.
| SITUATION | UNTERSTÜTZENDES UMFELD | UNGESUNDER DRUCK |
|---|---|---|
| Ein missglücktes Training | Verständnis und sachliches Feedback | Verspottung und Vorwürfe |
| Langsamer Fortschritt | Verfolgung der eigenen Fortschritte | Ständiger Vergleich mit anderen |
| Die ersten Schritte im Fitnessstudio | Hilfe bei Technik und Ausrüstung | Kritik wegen Unerfahrenheit |
| Ausgelassenes Training | Unterstützung bei der Rückkehr zum Trainingsrhythmus | Schuldgefühle hervorrufen |
| Persönliche Bestleistung | Aufrichtige Anerkennung und Freude | Herunterspielen des Erfolgs |
Der Stärkste muss nicht unbedingt derjenige sein, der alles alleine schafft
Bodybuilding wird oft mit der Vorstellung einer außergewöhnlich individualistischen Disziplin in Verbindung gebracht. Jeder muss seine eigenen Trainingsserien absolvieren, seinen Ernährungsplan einhalten und nach und nach seine persönlichen Grenzen überwinden. Doch auch der Einzelsport existiert nicht losgelöst von zwischenmenschlichen Beziehungen.
Hinter vielen erfolgreichen Sportlern stehen Trainer, Freunde, Familie und Menschen, die ihnen in Zeiten halfen, in denen die Ergebnisse ausblieben. Arnold Schwarzenegger ist sich dieser Tatsache sehr wohl bewusst. Obwohl er eine der berühmtesten Bodybuilding-Karrieren der Geschichte aufgebaut hat, sucht er bis heute Umgebungen auf, in denen er unter anderen Menschen sein kann.
Und die moderne Psychologie hilft uns zu verstehen, warum eine solche Entscheidung für ihn von Bedeutung sein kann. Das ist kein Beweis dafür, dass Gruppentraining für jeden das Beste ist. Es ist vielmehr eine Erinnerung daran, dass Sport nicht nur die Beziehung des Menschen zu seinem eigenen Körper ist.
Er ist auch Teil unserer Beziehung zu anderen Menschen.
Denn manchmal bringt uns im Fitnessstudio nicht nur ein weiteres Kilogramm auf der Hantel weiter. Manchmal ist es der Mensch, der neben uns steht und uns daran erinnert, warum es sich lohnt, wiederzukommen.
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