Gluten, der am meisten gefürchtete Dämon einer gesunden Ernährung.
Lassen Sie sich nicht vom Titel täuschen. Gluten gilt heutzutage als "Hauptverursacher" von Fettspeichern, wird für die Entstehung von Krebs verantwortlich gemacht und ist allgemein ein sehr verbreitetes und umstrittenes Thema. Viele Menschen lassen es aus ihrer Ernährung weg, weil sie glauben, dass sie dadurch abnehmen, obwohl es eigentlich keinen anderen Grund gibt, es einzuschränken. Heute wollen wir herausfinden, ob Gluten wirklich für dicke Bäuche verantwortlich ist und ob es wirklich der Dämon ist, als der es dargestellt wird.
Ein paar kluge Worte zu Beginn... oder was ist Gluten überhaupt?
Gluten gehört zur Gruppe der Glykoproteine, was, wie der Name schon sagt, bedeutet, dass es ein Protein ist. Gluten kommt vor allem in Weizen und anderen Getreidesorten wie Gerste, Roggen usw. vor. Im Falle von Weizen beträgt der Glutengehalt bis zu 80 % des gesamten Proteingehalts. Im Grunde genommen ist im Korn oder Mehl selbst kein Gluten vorhanden, erst durch die Verarbeitung, die Verunreinigung der genannten Proteine mit Wasser, Sauerstoff und das Kneten wird Gluten "gebildet" und seine einzigartigen Eigenschaften kommen zum Vorschein. Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet "Gluten" "Leim". Gluten fungiert also tatsächlich als eine Art "Proteinkleber", der dafür sorgt, dass die meisten Lebensmittel ihre Form behalten, und wird aufgrund dieser Eigenschaft auch häufig als Verdickungsmittel verwendet.

Ein weiterer Weg, wie Gluten in unsere Ernährung gelangt, ist die so genannte CROSS-KONTAMINATION, d. h., wir können Gluten in Lebensmitteln finden, die es von Natur aus nicht enthalten. Wie ist das möglich? Das liegt an der Verarbeitung und Lagerung in denselben Betrieben, die auch Weizen und andere glutenhaltige Körner verarbeiten. Ein gutes Beispiel für ein solches Lebensmittel ist Hafer. Hafer selbst enthält kein Gluten, sondern ein Protein namens Avenin, weshalb Hafer auch von Menschen, die eigentlich ein Problem mit Gluten haben, oft recht gut vertragen wird. Haben Sie schon einmal ein Etikett auf einem Lebensmittel gesehen, auf dem steht: "Kann Spuren von Gluten/Eiern/Nüssen enthalten..."? Das sind genau die Fälle, in denen ein Betrieb mehrere Zutaten lagert oder verarbeitet, die miteinander in Berührung kommen KÖNNEN (oder auch nicht), so dass eine Kreuzkontamination nicht ausgeschlossen werden kann.
Menschen mit Zöliakie oder Zöliakieunverträglichkeit haben heute viele Möglichkeiten, Lebensmittel auszuwählen, die wirklich glutenfrei sind. Wie in der Einleitung erwähnt, verzichten jedoch viele Menschen auf Gluten, ohne wirklich zu wissen, ob es wirklich so schlimm ist, wie es heute dargestellt wird, und ob es wirklich Schuld an ihren Fettpolstern ist. Die Zahl der Menschen, die wirklich an Zöliakie leiden und für die Gluten daher eine echte Gefahr darstellt, liegt bei etwa 3 % der Weltbevölkerung. Der nächste Typ sind Menschen mit einer Intoleranz, die in der Regel mit der Entwicklung eines Reizdarmsyndroms oder anderen Magen-Darm-Problemen einhergeht.
Zunächst einmal ist Gluten ein Bestandteil der meisten Getreidesorten, die unter anderem auch verschiedene Vitamine und Mineralstoffe enthalten und deren Entfernung aus der Ernährung das Risiko der Entwicklung bestimmter Ernährungsmängel (geringfügig, aber immerhin) erhöht. Tatsächlich sind glutenfreie Lebensmittel oft gar nicht so gesund, wie wir denken. Viele glutenfreie Lebensmittel enthalten nämlich einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, Soja oder andere ungeeignete Mehle oder leere Kalorien, die dem Körper keinen Nutzen bringen. Häufig enthalten glutenfreie Produkte auch einen viel höheren Kaloriengehalt, weil Gluten durch mehr Zucker oder Fett ersetzt wird, um den Produkten einen besseren Geschmack und eine bessere Konsistenz zu verleihen. Trotzdem kauft nach US-Forschungsergebnissen bis zu einem Drittel der Menschen lieber ein glutenfreies Produkt als ein Produkt aus normalem Mehl, selbst aus Vollkornmehl, weil sie glauben, dass diese Produkte gesünder sind, ihnen beim Abnehmen helfen und ihre allgemeine Gesundheit verbessern.
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Kann Gluten für eine Gewichtszunahme verantwortlich sein?
Es gibt keine Studie, die beweist, dass der Verzehr von Gluten allein zu einer Zunahme des Körperfetts führt. Der Verzicht auf Gluten führt in der Regel zu einer Gewichtsabnahme, aber es gibt keinen direkten Hinweis darauf, dass Gluten eine wichtige Rolle spielt. Der Verzicht auf glutenhaltige Backwaren und Beilagen führt in der Regel zu einer Ernährungsumstellung, d. h. zu einer Verringerung der Kalorienzufuhr, da viele Menschen nicht wissen, wie sie das Getreide ersetzen können, und es deshalb gar nicht essen, was eher zu einer Gewichtsabnahme führt als die bloße Tatsache, dass man Gluten weglässt. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass nicht das Gluten selbst für das Übergewicht und die Fettspeicherung verantwortlich ist, sondern der allgemeine Kalorienüberschuss und der Mangel an körperlicher Betätigung. Denn es ist nie nur eine bestimmte Art von Lebensmitteln, die daran schuld ist. Wenn also jemand Gluten aus seiner Ernährung ausschließt, weil er denkt, dass es für eine schlanke Figur notwendig ist, dann mag das stimmen, aber in 90 % der Fälle ist es auch nicht der Fall.
Der Verzicht auf Gluten ist also definitiv nicht der Schlüssel zu Ihren Bemühungen, einige zusätzliche Pfunde zu verlieren. Nicht der Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln an sich, sondern die Gesamtzusammensetzung unserer Ernährung, die häufig auf einem übermäßigen Verzehr von aggressivem Weizen und einem Kalorienüberschuss beruht, ist schuld an der Zunahme der Fettzellen.
Verursacht Gluten wirklich Krebs?
Nun, mal ehrlich... was heutzutage keinen Krebs verursacht, tut es doch. Es ist schon ein wenig ironisch, aber es ist fast unglaublich, wie viele Lebensmittel heutzutage laut verschiedener Quellen Krebs oder Zivilisationskrankheiten verursachen oder Blutgefäße verstopfen. Derzeit gibt es nur eine einzige Studie, die eine glutenfreie Ernährung mit einem geringeren Krebsrisiko in Verbindung bringt, und zwar bei Personen mit Zöliakie. Ja, es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen dem Verzicht auf Gluten in der Ernährung und einem geringeren Krebsrisiko festgestellt haben, aber umgekehrt gibt es keine Forschungsergebnisse, die den Gedanken stützen, dass der Verzehr von Gluten allein die Wahrscheinlichkeit von Krebs erhöht. Sie können also beruhigt sein, Gluten verursacht bei gesunden Menschen wirklich keinen Krebs, jedenfalls nicht mehr als andere Lebensmittel.

Gluten essen oder nicht essen? Genau darum geht es hier.
Die Entscheidung, ob Sie Gluten essen wollen oder nicht, liegt ganz bei Ihnen, aber wie bereits erwähnt, wird der Verzehr von Gluten unnötig verteufelt, und wenn glutenhaltige Lebensmittel keine gesundheitlichen Probleme verursachen, müssen Sie sie auch nicht unbedingt weglassen.Das Problem ist nicht der Verzehr von Gluten, das Problem ist, dass wir nur Weizennahrung zu uns nehmen und vergessen, unsere Ernährung mit anderen Getreidesorten und Kohlenhydratquellen zu diversifizieren. Es ist auch nicht erwiesen, dass Gluten mit dem Wachstum von Fettspeichern zusammenhängt. Wenn dies also der einzige Grund ist, Gluten aus Ihrer Ernährung zu streichen, ist es auch nicht notwendig. Suchen Sie nach geeigneten Alternativen für Backwaren, z. B. solche aus Roggen- oder Gerstenmehl, deren Gluten nicht so aggressiv ist wie das in Weizen.
Was kann man aus diesem Artikel mitnehmen?
Wir leben in einer Zeit, in der Gluten ein so großes Schreckgespenst ist, dass man mit einem Bagel in der Hand fast eine Bank ausrauben kann. Es gibt kein ungesundes Lebensmittel, nur eine ungesunde Menge, und das gilt auch für Backwaren, Beilagen und andere glutenhaltige Lebensmittel. Wenn Sie Backwaren und Beilagen lieben, aber darauf verzichten, weil "Marus auf fb gepostet hat, dass ich wegen Gluten nicht abnehmen kann", geht es gar nicht um Gluten, sondern um die allgemeine Kalorienaufnahme und die Zusammensetzung der Ernährung. Wählen Sie eine Vielzahl von Lebensmitteln, damit Ihre Ernährung abwechslungsreich genug ist, und wenn Sie nicht unter Unverträglichkeiten oder Allergien leiden, müssen Sie sich nicht im Geringsten um Gluten sorgen,
Quellen:
https://www.consumerreports.org/cro/magazine/2015/01/will-a-gluten-free-diet-really-make-you-healthier/index.htm
Soares, F. L. P., de Oliveira Matoso, R., Teixeira, L. G., Menezes, Z., Pereira, S. S., Alves, A. C., et al. (2013). Glutenfreie Ernährung reduziert Adipositas, Entzündungen und Insulinresistenz in Verbindung mit der Induktion der PPAR-alpha- und PPAR-gamma-Expression. The Journal of Nutritional Biochemistry, 24(6), 1105-1111.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22649266
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29216605
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29216767
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29143803
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