Arten von Körperfett. Kennen Sie sie?
Das müssen Sie wissen...
- Körperfett ist ein weiteres Organ und hat seine eigenen Funktionen: Es speichert Kalorien und schüttet Hormone aus, die den Stoffwechsel regulieren.
- Es gibt zwei Hauptkategorien von Körperfett: weißes und braunes Fett.
- Das weiße Fett hat mehrere Unterkategorien. Einige sind gesund und beugen dem metabolischen Syndrom vor, andere sind lebensbedrohlich, und wieder andere sind einfach nicht schön anzusehen.
- Braunes Fett ist das "gute" Fett. Es ist energiereich und ernährt sich von weißem Fett.
- Wenn Sie die Menge an braunem Fett erhöhen, verbrennen Sie jeden Tag Hunderte von Kalorien mehr. Dies kann mit Hilfe von Nahrungsmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln oder Änderungen der Lebensweise erreicht werden.

Altruistische Kannibalen
Die meisten Menschen sehen das nicht so, aber Fett ist nur ein weiteres Körperorgan. Es hat keinen bestimmten Platz wie das Herz oder die Leber, aber es verhält sich wie ein Organ, weil es bestimmte Funktionen hat. Eine davon ist die Speicherung von Kalorien, eine andere ist die Ausschüttung von Hormonen, die den Stoffwechsel steuern.
Aber die meisten Menschen behandeln Fett wie einen entzündeten Blinddarm. Man muss es nur loswerden. Das ist jedoch nicht richtig, denn nicht alle Arten von Fett sind schlecht. Einige Fettarten sind natürlich gefährlich, aber andere sind Kannibalen, die ihre eigene Art fressen und uns in Form halten. Der Schlüssel liegt darin, die guten Fettarten zu vermehren, so dass wir keine Diät machen müssen.
2 Hauptkategorien von Fett
Der Mensch hat weißes und braunes Fett. Beide Typen speichern Energie, aber die weißen Fettzellen enthalten jeweils nur ein Fetttröpfchen, während das braune Fett viele kleine Tröpfchen enthält. Braunes Fett enthält auch viele Mitochondrien, die die Tröpfchen zur Energie- und Wärmeerzeugung nutzen.
Haben Sie sich schon einmal über ein Kind lustig gemacht, weil es keine definierten Deltamuskeln hat? Wahrscheinlich nicht. Kinder haben nicht umsonst die meisten Phalangen um ihren Hals und ihre Schultern. Das ist braunes Fett. Babys können nicht zittern, um Wärme zu erzeugen, also brauchen sie diese braune Fettreserve, um warm zu bleiben.
Früher dachten Wissenschaftler, dass Menschen mit zunehmendem Alter ihr braunes Fett verlieren, aber sie haben herausgefunden, dass auch Erwachsene es haben und dass die Menge dieses Fettes einen wesentlichen Einfluss darauf hat, wie kantig wir insgesamt sind.
Braunes Fett ist also gut. Das Urteil über das weiße Fett ist etwas komplizierter.
Weißes Fett
Weißes Fett speichert nicht nur Kalorien, sondern bildet auch Hormone wie Adiponektin, das die Reaktion der Muskeln und der Leber auf Insulin beeinflusst. Außerdem unterdrückt es den Appetit.
Das Problem ist, dass das weiße Fett, wenn wir zu viel davon haben, sich selbst sagt, dass genug genug ist, und die Produktion von Adiponectin einstellt. Erschwerend kommt hinzu, dass Fettzellen sowohl bei Männern als auch bei Frauen Östrogen produzieren, dessen Anteil mit der Fettmenge zunimmt. Das ist eine Katastrophe ohnegleichen.
Das weiße Fett hat mehrere Unterkategorien. Einige sind nützlich, andere einfach nur schmerzhaft anzuschauen.
1 -Subkutan
Dies ist die Art von Fett, gegen die sich Bodybuilder und Männer, die gerne ohne Hemd rumlaufen, wehren. Dies ist auch der Bereich, in dem der Trainer, der Ihren Fettanteil misst, Sie festhält. Es hat keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit und kann sogar von Vorteil sein, je nachdem, wo es abgebaut wird.
2 - Fett an den Oberschenkeln und am Gesäß
Dieses Problem plagt in der Regel die Damenwelt. Etwas zu haben, an dem sich eine Frau festhalten kann, gilt allgemein als attraktiv, aber zu viel von allem ist schädlich
Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass Frauen mit birnenförmiger Figur besser vor Stoffwechselstörungen geschützt sind als Menschen mit großen Bäuchen. Natürlich gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass Kim Kardashian uns alle dank ihres Riesenhinterns überleben wird.
Die Auswirkungen dieses Fettes sind gering. Und wenn Frauen in die Wechseljahre kommen, verlieren sie in der Regel diesen Schutz, da sich das Fett vom Gesäß und den Oberschenkeln zum Bauch verlagert.
3 - Viszerales Fett
Dieses Fett umhüllt unsere inneren Organe. Wenn Sie einen dicken Bauch haben, haben Sie mit Sicherheit etwas viszerales Fett. Obwohl es ein fester Bestandteil des Lebensstils von Menschen ist, die sich als Weihnachtsmann oder LKW-Fahrer verkleiden, erhöhen große Mengen dieser Art von Fett das Risiko von Herzerkrankungen und Schlaganfällen. Es scheint auch eine größere Rolle als andere Fette bei der Erhöhung der Insulinresistenz zu spielen, die de facto die Ursache für Diabetes ist.
4 - Bauchfett
Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus subkutanem und viszeralem Fett. Ohne eine tomographische Untersuchung ist es im Grunde unmöglich festzustellen, in welche Kategorie es fällt, denn es verändert sich nach Belieben. Und eine solche Untersuchung ist aus vielen Gründen ziemlich unpraktisch.
Sagen wir es mal so. Ein zu großer Taillenumfang (über 100 cm bei Männern und 90 bei Frauen) erhöht das Risiko von Herzerkrankungen, Schlaganfall und Diabetes.
Im Bauchfett wird auch der größte Teil des Hormons Leptin produziert, das den Stoffwechsel und den Appetit steuert. Aber auch hier funktioniert es nicht mehr, wenn sich zu viel Bauchfett ansammelt.
300 Kalorien pro Tag verbrennen
Wie ich bereits erwähnt habe, enthält das braune Fett eine Fülle von Mitochondrien, die sich von Fetttröpfchen ernähren. Es entfernt auch Zuckermoleküle aus dem Blut, was darauf hindeutet, dass es zur Bekämpfung von Typ-2-Diabetes beiträgt. Wenn es Ihnen gelänge, die Menge an braunem Fett zu erhöhen, seine Aktivität zu steigern oder mehr weißes Fett dazu zu bringen, sich wie braunes Fett zu verhalten, könnten Sie bis zu 300 zusätzliche Kalorien pro Tag verbrennen. Und das bedeutet, dass man jeden Monat ein wenig Gewicht verliert, ohne sich zusätzlich zu bewegen.
Glücklicherweise kann weißes Fett in braunes oder zumindest in beiges Fett umgewandelt werden, was bedeutet, dass es sich eher wie braunes Fett verhält. Es gibt mehrere Möglichkeiten, dies zu tun. Zuerst zeigen wir eine sehr unpraktische, aber interessante Methode.

Die Gefriermethode
Durch die Einwirkung niedriger Temperaturen wird das braune Fett aktiviert. In einer Studie aus dem Jahr 2012 saßen Herren 3 Stunden lang in Anzügen, in denen 18 °C warmes Wasser zirkulierte. Die Probanden verbrannten 250 Kalorien mehr, als wenn sie bei normaler Raumtemperatur saßen. Die Wassertemperatur verursachte kein Frösteln (das Kalorien verbrennt), sondern zwang die Mitochondrien der Fettzellen lediglich dazu, mehr Zuckermoleküle aus dem Blut zu nehmen, um sie zu erhitzen.
Das ist auch ohne Aquaman-Anzug möglich. Die Japaner ließen 12 Männer mit einem unterdurchschnittlichen Anteil an braunem Fett zwei Wochen lang täglich zwei Stunden in einem Raum mit 18 °C sitzen. Das Ergebnis des Experiments war, dass das bisschen weißes Fett der Männer "braun" wurde und sie pro Tag 289 zusätzliche Kalorien verbrannten.
Wie gesagt, das ist nicht gerade eine praktische Methode. Aber Sie können es im Winter versuchen, indem Sie Ihren Thermostat auf die niedrigste erträgliche Temperatur einstellen und sich nicht zu gut anziehen. Wir haben dafür keine guten Beweise, aber es ist möglich, dass diese Methode Ihnen hilft, ein paar zusätzliche Kalorien zu verbrennen.
Zum Glück gibt es aber auch andere Methoden, um den Anteil an braunem Fett zu erhöhen, ohne dass Sie sich in ein menschliches Eis am Stiel verwandeln müssen.
Übung
Training motiviert die Muskelzellen, ein Hormon namens Irisin zu produzieren, das das weiße Fett dazu bringt, sich mehr wie braunes Fett zu verhalten, und das braune Fett dazu anregt, Kalorien zu verbrennen.

Olivenöl
Einer der Inhaltsstoffe von nativem Olivenöl extra bewirkt, dass sich weißes Fett eher wie braunes Fett verhält. Es handelt sich dabei um Oleuropein. Mäusen wurden Diäten verabreicht, die 1, 2 oder 4 mg/kg dieses Inhaltsstoffs enthielten. Nach 28 Tagen hatten sie viel Körpergewicht, Fett um die Nieren und Fett in der Nähe der Genitalien verloren.
Dieser Inhaltsstoff erhöhte offenbar die Konzentration von UCP1, einem Protein, das die Mitochondrien dazu bringt, mehr Energie zu verbrennen und mehr Wärme abzugeben. Wahrscheinlich handelt es sich um den gleichen Mechanismus wie bei dem nicht zugelassenen Fatburner/Insektizid DNP, allerdings ohne die Nebenwirkungen, die dazu führen, dass Sie Ihren Bruder umbringen.
Eine andere Mäusestudie kam zu einem ähnlichen Ergebnis, als Mäuse mit einer Nahrung gefüttert wurden, bei der 40 % der Energie aus Oliven-, Sonnenblumen-, Palm- oder Rindertalg stammten. Bei Mäusen, die mit Olivenöl gefüttert wurden, war die Aktivierung von braunem Fett am höchsten.
Mehr Schlafhormone, bitte.
Flugbegleiter werden mit Melatonin vollgepumpt, damit sie nicht ins Koma fallen, wenn sie ihnen die Tücken des Anschnallens erklären. Melatonin scheint auch die Bildung von beigem Fett anzuregen.
Wenn Sie einfach das Licht in Ihrem Schlafzimmer ausschalten (Telefone, Fernseher, Computer) und melatoninreiche Lebensmittel wie Gojibeeren, Mandeln, Kirschen und Sonnenblumenkerne essen, können Sie Ihren Melatoninspiegel und damit auch Ihren Gehalt an beigem Fett erhöhen.

Das Blau in Blaubeeren
Cyanadin-3-glucosid (C3G) ist ein Bestandteil von Blaubeeren, Brombeeren, schwarzen Bohnen und verschiedenen anderen Obst- und Gemüsesorten. Seine Wirkung gegen Fettleibigkeit ist bekannt, doch die meisten schreiben sie seiner Wirkung auf die Insulinempfindlichkeit und den allgemeinen Umgang mit Glukose und Nährstoffen zu (dieselben Eigenschaften machen es zu einem hochwertigen Nährstoff für den Muskelaufbau).
Japanische Wissenschaftler haben jedoch gerade entdeckt, dass C3G auch weißes Fett braun färbt. Sie haben ihre Arbeit kürzlich im Journal of Biochemistry veröffentlicht. Sie berichteten, dass C3G Veränderungen in weißen Adipozyten (Fettzellen) verursacht.
Zu diesen Veränderungen gehört ein erhöhter Mitochondriengehalt, der ein Hauptmerkmal der braunen Fettzellen ist. C3G führt auch dazu, dass die entstehenden Fettzellen häufiger braun sind, so die Forscher.
Heutzutage kann man C3G sogar als Nahrungsergänzungsmittel bekommen!
Wie man diese Informationen nutzt
Wenn Sie den Anteil des braunen Fettes erhöhen, es effizienter machen oder weißes Fett in beiges umwandeln, können Sie viel mehr Kalorien verbrennen.
Dies können Sie erreichen, indem Sie mehr Olivenöl essen. Für den Durchschnittsmenschen wäre es jedoch wahrscheinlich ziemlich unangenehm, die in den Studien verwendete Menge des Wirkstoffs zu erreichen. Natürlich können Sie etwa 2-4 Esslöffel pro Tag zu sich nehmen und so zumindest einen kleinen Teil der positiven Wirkungen genießen.
Sie können Ihren Melatoninspiegel auch erhöhen, indem Sie alle ablenkenden Lichtquellen aus Ihrem Schlafzimmer entfernen, mehr Lebensmittel essen, die reich an Melatonin sind, und C3G vor Ihrer größten Mahlzeit am Tag einnehmen.
Oh, und schließlich möchte ich noch die Methode der absichtlichen Abkühlung erwähnen, die zwar einige dieser "Bräunungs"-Effekte hat, aber doch etwas unpraktisch und extrem erscheint. Schließlich sind Sie ein Mensch und kein Schweinekotelett.
Quellen:
1 Doheny, Kathleen "Die Wahrheit über Fett", WebMD, 13. Juli 2009.
2. Jimenz-Aranda, Aroa, et al. Melatonin-induzierte Bräunung des weißen Leistenfettgewebes bei diabetischen fettleibigen Zucker-Ratten", Journal of Pineal Research, 2103, September.
3. Moyer, Melinda Wenner, "Supercharging Brown Fat to Battle Obesity", Scientific American, 15. Juli 2014.
4. Oi-kano, Yuriko, "Oleuropein, a Phenolic Compound in Extra Virgin Olive Oil, Increases Uncoupling Protein 1 Content in Brown Adipose Tissue and Enhances Noradrenaline and Adrenaline Secretions in Rats", Journal of Nutritional Science and Vitaminology, Vol. 54 (2008) No. 5, pp 363-370.
5 Rodriguez, Victor M., et al. "Olive oil feeding up-regulates uncoupling protein genes in rat brown adipose tissue and skeletal muscle", Am J Clin Nutr Feb 2002.
5, Toshiya Matsukawa, Myra O. Villareal, Hideko Motojima, Hiroko Isoda, " Increasing cAMP levels of preadipocytes by cyanidin-3-glucoside treatment induces the formation of beige phenotypes in 3T3-L1 adipocytes." Journal of Biochemistry, Februar 2017, Band 40, Seiten 77-85.
Autor: TC Luoma
Originaltitel des Artikels: Die 5 verschiedenen Arten von Körperfett
Übersetzt von: jaromr Uhlíř
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Autor: Šárka Randáčková