Wissenschaft bestätigt: Krafttraining hält Kinder nicht vom Wachsen ab

Bei den Worten "Krafttraining bei Kindern" denken viele Eltern und Trainer an verkrümmte Wirbelsäulen, verkümmertes Wachstum und ein hohes Verletzungsrisiko. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Die Forschung der letzten Jahre hat eindeutig gezeigt, dass Krafttraining für Kinder und Jugendliche nicht nur sicher, sondern auch sehr vorteilhaft ist - es fördert das gesunde Knochenwachstum, die Muskelentwicklung und verbessert die sportliche Leistung.

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Das ideale "Rezept" für Krafttraining für Kinder? Die Wissenschaftler haben es ziemlich genau beschrieben

Es gibt dazu eine Schlüsselstudie von Lesinski und seinen Kollegen aus dem Jahr 2016. Sie untersuchten junge Sportler im Alter zwischen 6 und 18 Jahren, um herauszufinden, welche Art von Krafttraining am besten funktioniert. Es stellte sich heraus, dass die Kinder die größten Sprünge bei der Muskelkraft und beim Springen machten. Es gab auch einen positiven Effekt auf die Sprintgeschwindigkeit und die allgemeine Beweglichkeit, wenn auch nicht so ausgeprägt. Interessanterweise wurde in der Studie auch das ideale "Rezept" beschrieben: Die besten Ergebnisse erzielten diejenigen, die mehr als 23 Wochen lang mit höheren Belastungen (etwa 80-89 % des Maximums) in 5 Sätzen mit 6-8 Wiederholungen und längeren Ruhepausen zwischen den Sätzen, d. h. 3 bis 4 Minuten, trainierten.

Richtig durchgeführtes Training ist nicht nur sicher für Kinder, sondern auch sehr effektiv für die Verbesserung der Leistung.

Klassische Kraft oder Explosivität? Die Wissenschaft zeigt, was besser passt

Es wird oft diskutiert, ob klassisches Krafttraining oder dynamischere, explosive Übungen besser für Kinder sind. Eine große Studienanalyse von Behm und seinem Team aus dem Jahr 2017 hat genau das beleuchtet. Sie fanden heraus, dass beides Sinn macht, aber jedes für etwas anderes geeignet ist. Will man bei Kindern vor allem die Explosivität entwickeln und Sprünge verbessern, ist das sogenannte Krafttraining mit plyometrischen Übungen eindeutig besser. Geht es aber vor allem um brachiale Muskelkraft und Sprintschnelligkeit, schneidet das traditionelle Krafttraining bei diesem Vergleich etwas besser ab.

Die besten Ergebnisse erzielt man, wenn man beide Ansätze kombiniert - zuerst die Kernkraft aufbauen und dann dynamische, explosive Übungen hinzufügen.

Beeinträchtigt Krafttraining das Wachstum von Kindern?

Nein, es verlangsamt das Wachstum nicht. Wissenschaftliche Studien (einschließlich der von uns besprochenen) bestätigen eindeutig, dass sich ein richtig durchgeführtes Training nicht negativ auf das Knorpelwachstum oder die Wachstumsgeschwindigkeit bei Kindern und Jugendlichen auswirkt. Im Gegenteil, es kann die Knochen stärken, die Knochendichte verbessern und die gesunde Entwicklung insgesamt fördern.

Woher kommt der Mythos, dass Kurzhanteln das Wachstum hemmen?

Es gibt mehrere Gründe, warum sich dieser Glaube festgesetzt hat:

  • Ältere, unbeaufsichtigte Verletzungen - in der Vergangenheit gab es Fälle, in denen junge Sportler ihren wachsenden Knorpel mit schlechter Technik und ohne professionelle Anleitung verletzt haben. Dies war jedoch kein Problem des Trainings selbst, sondern eher ein Mangel an Aufsicht.
  • Vergleich mit harter körperlicher Arbeit - oft wird systematisches Krafttraining mit harter körperlicher Arbeit (z. B. im Bergwerk oder auf dem Feld) verwechselt, was in der Vergangenheit tatsächlich das Wachstum von Kindern beeinträchtigt haben kann.
  • Mangel an Informationen - lange Zeit gab es keine modernen Studien, die die Sicherheit bestätigten, und so wurde der Mythos weitergegeben.
  • Bedenken der Eltern - da Wachstum ein sensibles Thema ist, sind Eltern naturgemäß vorsichtig und sehen im Krafttraining oft ein potenzielles Risiko.

Was bringt das Krafttraining für Kinder?

Richtig durchgeführtes Krafttraining bringt Kindern sehr viel. Es stärkt die Knochen, verbessert die Koordination und ist eine gute Verletzungsprophylaxe. Dadurch können sie sich in jeder Sportart verbessern und vor allem von klein auf eine positive Beziehung zur Bewegung aufbauen.

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